Spielbericht Herren 4 | Spiel 6

von Rene Roskwitalski

Tampiers 4-Point-Play ins Glück – Starke SCWler bezwingen Tabellenführer vom UBC

Bevor die Spieler vom SCW 4 (im Herzen 6) in die wohlverdiente Weihnachtspause entlassen wurden, stand noch ein extrem wichtiges Derby gegen das bisher unbesiegte Team vom UBC Münster 7 an. Durch den Spielausfall der vergangenen Woche hatte Übungsleiter Boes ausreichend Zeit, das Team auf die große Herausforderung einzustellen. Das Training sollte sich auszahlen. Aber von vorne:

Übungsleiter Boes, der durch die SCW-Trainerlegende Kohl an der Seitenlinie unterstützt wurde, vertraute einer Starting 5 aus Meyer, Pene Moukam, Tampier, Tautz und Büscher. Der Gast vom UBC startete mit der erwarteten Full-Court-Presse und versuchte den SCWlern so ihr Spiel kaputt zu machen. Die gut eingestellten Kinderhäuser fanden jedoch, angeführt durch einen blendend auftretenden Pene Moukam (11 Punkte im ersten Viertel), immer wieder Lösungen gegen die aggressive Presse. Ein knappes 18:20 aus Sicht des SCW nach dem 1.Viertel gab den Männern in weiß eine ordentliche Portion Selbstvertrauen. Dieses Selbstvertrauen beflügelte die SCWler im zweiten Viertel. Intensive Verteidigung und effektive Entscheidungsfindung gegen die auf Zonenverteidigung umgestellten UBCler sorgten für einen Start nach Maß. Meyer und Büscher bestraften die Umstellung mit zwei großartig herausgespielten Drei-Punkte-Würfen. Die Highlights des 2. Viertels sollten aber noch kommen: Pene Moukam und Tautz zeigten mit zwei Statement-Blocks, dass mit der Herren 4 heute nicht zu spaßen ist. Die intensive Verteidigung und clevere Offensive führte zu einer 4-Punkte-Führung zur Halbzeit. (35:31)

Die zweite Hälfte startete, aus Sicht der Kinderhäuser, nicht so, wie sie es sich in der Halbzeitansprache vorgenommen hatten. UBC stellte erneut auf einen Full-Court-Presse um und sorgte so für viele Turnover und einfache Punkte auf ihrer Seite. Damit konnte sich das Team von der Tabellenspitze zur Mitte des dritten Viertels etwas absetzen (44:50).

Leidenschaftlich kämpfende SCWler ließen aber nicht locker und hielten den Gegner in Schlagdistanz. Das knappe, packende Spiel sorgte nicht nur auf dem Platz für starke Emotionen: Die verletzten Supporter aus den eigenen Reihen hielt es kaum noch auf ihren Plätzen. Um ein technisches Foul zu vermeiden, entschieden sich die hochmotivierten Unterstützer für den Wechsel auf die Zuschauerplätze und stellten sich lautstark und leicht provokant gegen die Trommler vom UBC. Das Derby hatte nun alles, was sich das Basketballherz wünscht.

Mit 53:58 ging es in den entscheidenden Abschnitt. Die Kinderhäuser kämpften weiterhin um jeden Ball und sorgten so für einen offenen Schlagabtausch, in dem sich keiner der Mannschaften entscheidend absetzen konnte. Ein Dreier von UBC eine Minute vor Schluss ließ die Gegner schon wie die sicheren Sieger aussehen, was auf der gegnerischen Bank frenetisch gefeiert wurde.

Diese Rechnung wurde aber ohne die Nummer 30 von Kinderhaus gemacht. Wenige Sekunden vor Schluss zeigte Lionard Tampier, wieso er zurecht die Nummer 30 trägt. In absoluter Prime-Stephen-Curry-Manier stieg er zum Dreier zum Ausgleich hoch, versenkte ihn und wurde beim Wurf auch noch gefoult – 72:72 und die Chance, mit dem Bonusfreiwurf 1,2 Sekunden vor Schluss in Führung zu gehen. Was für ein Drama in der Zweifach-Halle! Tampier bewies Nerven aus Stahl und versenkte den Freiwurf. Dieser Führung hatten geschockte UBCler nichts mehr entgegenzusetzen. Der Einwurf nach der Auszeit wurde vom hellwachen Tautz abgefangen. Die Freude kannte keine Grenzen mehr – WAS FÜR EIN SPIEL!

Die Herren 4 vom SC Westfalia Kinderhaus gewinnen ein hochklassiges Kreisligaspiel und fügen dem Tabellenführer ihre erste Saisonniederlage zu. Der Sieg wurde im Anschluss standesgemäß mit Flammkuchen-all-you-can-eat gefeiert. Ein rundum gelungener Tag, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Frohe Weihnachten!

Es spielten: Bilmen, Boes, Büscher (16), Edler, Kempka (2), Meyer (6), Nitsche, Pene Moukam (18), Puhe, Tampier (13), Tautz (15), Vienenkötter (3)

Geschrieben von: Jost Büscher

 

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