Spielbericht Herren 4 | Spiel 2

von Rene Roskwitalski

Bittere Niederlage nach starker Aufholjagd – Kinderhaus kämpft sich zurück, belohnt sich aber nicht

SC Westfalia Kinderhaus 4 unterliegt dem TV Emsdetten 2 mit 51:56

Es war ein Abend, der für den SC Westfalia Kinderhaus 4 lange nach einer deutlichen Niederlage aussah – und am Ende trotzdem zu einem Spiel wurde, in dem sogar der Sieg wieder greifbar war. Mit 51:56 musste sich Kinderhaus dem TV Emsdetten 2 geschlagen geben. Dabei zeigte die Mannschaft vor allem in der zweiten Hälfte eine beeindruckende Moral und bewies, dass sie sich auch aus einer schwierigen Ausgangslage zurückkämpfen kann.

Schwieriger Start – Emsdetten bestimmt das Tempo

Von Beginn an war zu spüren, dass Kinderhaus an diesem Abend nicht seinen besten Start erwischte. Emsdetten kam wesentlich aggressiver in die Partie, spielte schnell und setzte Kinderhaus immer wieder unter Druck. Vor allem in der Defensive bekam Kinderhaus zunächst kaum Zugriff.

Die Gastgeber konnten dadurch immer wieder Lücken reißen und Kinderhaus lief dem Geschehen häufig hinterher. Gerade in den ersten Minuten wurde die Mannschaft regelrecht überlaufen. Zu spät in den Zweikämpfen, zu wenig Kommunikation und offensiv fehlte zunächst die nötige Konsequenz.

Hinzu kam, dass Kinderhaus mit einem deutlich dezimierten Kader antreten musste. Drei wichtige Spieler fehlten an diesem Abend. Gerade in einer Partie, in der am Ende Kleinigkeiten entscheiden sollten, machte sich das Fehlen der drei Spieler bemerkbar.

Emsdetten nutzte die anfängliche Unsicherheit konsequent aus und setzte sich bereits im ersten Viertel auf 19:11 ab.

Zweites Viertel: Kinderhaus findet langsam ins Spiel

Im zweiten Abschnitt stabilisierte sich Kinderhaus. Die Defensive wurde etwas kompakter und auch offensiv gelang es zunehmend, bessere Lösungen zu finden. Dennoch blieb Emsdetten zunächst die Mannschaft, die das Spiel kontrollierte.

Kinderhaus kämpfte um jeden Ball, doch die Gastgeber fanden immer wieder Antworten. Zur Halbzeit stand es schließlich 32:23 für Emsdetten.

Neun Punkte Rückstand waren zwar ärgerlich, aber keineswegs uneinholbar. Vor allem war inzwischen deutlich geworden: Wenn Kinderhaus seine Intensität hochfahren würde, war an diesem Abend noch alles möglich.

Drittes Viertel – Emsdetten zieht erneut davon

Nach der Pause blieb das Spiel zunächst umkämpft. Kinderhaus versuchte, den Rückstand zu verkürzen, doch Emsdetten ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Immer wenn Kinderhaus einen Lauf andeutete, gelang den Gastgebern ein wichtiger Korb.

Das dritte Viertel ging mit 12:9 erneut an Emsdetten. Damit stand es vor dem Schlussabschnitt 44:32.

Zwölf Punkte Rückstand.

Für viele Mannschaften wäre das der Moment gewesen, in dem das Spiel entschieden scheint. Kinderhaus dachte allerdings überhaupt nicht daran, sich geschlagen zu geben.

Viertes Viertel – plötzlich brennt die Halle

Was anschließend folgte, war das mit Abstand stärkste Viertel von Kinderhaus.

Die Mannschaft erhöhte die Intensität deutlich, verteidigte aggressiver und setzte Emsdetten wesentlich stärker unter Druck. Plötzlich wurden Bälle gewonnen, die zuvor noch verloren gegangen waren. Die Defensive arbeitete als Einheit und auch offensiv wurde wesentlich mutiger gespielt.

Aus zwölf Punkten Rückstand wurde Punkt für Punkt ein engeres Spiel.

Emsdetten begann zu wackeln – und Kinderhaus bekam immer mehr Selbstvertrauen.

Die Körpersprache war plötzlich eine völlig andere. Jeder Ball wurde umkämpft, jeder Rebound wurde angenommen und jeder erfolgreiche Angriff sorgte dafür, dass der Glaube an die Wende weiter wuchs.

Besonders Simon Wilhelm übernahm in dieser Phase Verantwortung und war mit insgesamt 24 Punkten der erfolgreichste Kinderhauser Scorer. Auch Simon Tautz (8 Punkte) und Meyer setzten wichtige Akzente. Insgesamt traf Kinderhaus im Spiel 10 von 17 Freiwürfen, wobei vor allem die Konsequenz von der Linie in der Schlussphase wichtig war.

Die Wende war zum Greifen nah

Mit zunehmender Spielzeit wurde aus einem vermeintlich entschiedenen Spiel plötzlich ein echter Krimi.

Kinderhaus verkürzte den Rückstand immer weiter. Aus zwölf Punkten wurden zehn, dann acht, sechs und schließlich war Emsdetten plötzlich wieder in Schlagdistanz.

Das vierte Viertel ging eindrucksvoll mit 19:12 an Kinderhaus.

Und genau darin liegt vielleicht die größte Erkenntnis dieses Spiels: Kinderhaus hatte gezeigt, dass die Mannschaft das Niveau und die Intensität besitzt, um ein solches Spiel zu drehen.

Nur kam diese Intensität leider zu spät.

In den entscheidenden letzten Angriffen fehlte schließlich das letzte Quäntchen Glück und die nötige Konsequenz. Emsdetten konnte sich über die Ziellinie retten und gewann am Ende mit 56:51.

Fazit

Am Ende steht zwar eine 51:56-Niederlage, doch die letzten zehn Minuten geben durchaus Anlass zur Hoffnung.

Kinderhaus muss sich vor allem vorwerfen lassen, zu spät auf die nötige Intensität gekommen zu sein. Gegen einen Gegner wie Emsdetten kann man es sich nicht leisten, die Anfangsphase zu verschlafen und dem Gegner zu erlauben, früh davonzuziehen.

Gleichzeitig hat die Schlussphase gezeigt, was in dieser Mannschaft steckt.

Wenn Kinderhaus von der ersten Minute an mit der Intensität des vierten Viertels spielt, dürfte es für viele Gegner deutlich unangenehmer werden.

Spielerpunkte:
Simon Wilhelm 24;
Simon Tautz 8;
Timo Meyer 5;
Mahsum Bilmen 4;
Thorsten Seifert 4;
Jost Büscher  4;
Daniel Boes 2;
Alexander Nitsche 0;
Moritz Bahn 0;
Ibrahim Alkhalil Amiri 0;
Gesamt 51

Topscorer/MVP: Simon Wilhelm mit starken 24 Punkten
DPOG: Mahsum Bilmen

 

Geschrieben von: Mahsum Bilmen

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