Spielbericht Herren 1 | Spiel 21

von Rene Roskwitalski

Erste Herren siegt gegen Wulfen, verliert aber direkten Vergleich

Am Samstagnachmittag reiste die 1. Herren des SCW Kinderhaus nach der Osterpause zum mit Spannung erwarteten Rückspiel beim BSV Wulfen 2 nach Dorsten. Für beide Mannschaften ging es um alles: Wulfen und Kinderhaus lieferten sich die komplette Saison über einen engen Zweikampf an der Tabellenspitze, sodass die Partie schon im Vorfeld als vorzeitiges Endspiel im Aufstiegskampf galt. Das Hinspiel hatten die Kinderhauser mit drei Punkten Unterschied verloren — entsprechend mussten sie das Rückspiel mit mindestens vier Punkten Vorsprung gewinnen, um den direkten Vergleich und damit den Kampf um die Tabellenspitze für sich zu entscheiden. Für den nötigen Rückhalt sorgte Coach Falkenberg, der im Vorfeld ohne Wissen der Spieler einen Fanbus organisiert hatte. So reisten die Kinderhauser mit lautstarker Unterstützung nach Dorsten — und hatten in der Halle sogar mehr und lautere Fans als die Gastgeber.

Die Gastgeber erwischten trotzdem den besseren Start. Mit aggressiver Defense und effizientem Abschluss setzten sich die Wulfener von Beginn an deutlich ab und zwangen die Kinderhauser zu einigen Ballverlusten — nach sechs Minuten stand es bereits 16:5 für die Gastgeber. Die Gäste fingen sich in der Folge aber, kamen offensiv besser zum Abschluss und verkürzten den Rückstand bis zum Viertelende wieder deutlich. Nach den ersten zehn Minuten waren die Kinderhauser beim 20:16 wieder dran.

Im zweiten Viertel erwischten die Kinderhauser dann den besseren Start. Die Gäste erhöhten die Intensität in der Verteidigung, fanden offensiv ihren Rhythmus und glichen bereits nach zwei Minuten zum 22:22 aus. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem sich beide Mannschaften nichts schenkten — zur Halbzeit stand es 35:35.

Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Kinderhauser dann das Kommando. Mit zwei schnellen Dreiern direkt nach Wiederanpfiff setzten die Gäste ein Ausrufezeichen, und auch die Defense zeigte sich von ihrer besten Seite: Immer wieder forcierten die Kinderhauser Turnover und setzten sich zwischenzeitlich bis auf +13 ab. Den Kinderhausern war jedoch klar, dass Wulfen die Qualität hat, um zurückzukommen — und so kam es dann auch. Zum Viertelende war der Vorsprung bereits wieder auf vier Punkte zusammengeschmolzen, beim Stand von 50:54 ging es in den Schlussabschnitt.

Im Schlussviertel setzte sich der offene Schlagabtausch fort — vor allem, weil die Kinderhauser einfache Punkte unter dem Korb und an der Freiwurflinie liegen ließen und es so versäumten, sich entscheidend abzusetzen. Dennoch hatten die Gäste die Partie scheinbar im Griff: 21 Sekunden vor Schluss führten sie mit fünf Punkten und waren in Ballbesitz. Doch ein unglücklicher Ballverlust brachte Wulfen noch einmal ins Spiel zurück und gab den Gastgebern die Chance, den direkten Vergleich doch noch für sich zu entscheiden. Drei Sekunden vor Schluss war es dann Nummer 7, René Penders — über die gesamte Saison Topscorer der Wulfener — der mit einem eiskalten Dreier den Rückstand auf zwei Punkte verkürzte.

Da für den direkten Vergleich weiterhin vier Punkte Vorsprung nötig waren, versuchte Kinderhaus, sich über einen Eigenkorb in die Verlängerung zu retten. Dieser wurde jedoch nicht gewertet, und so ging zwar das Spiel mit 67:69 an die Kinderhauser, der direkte Vergleich aber an den BSV Wulfen. Die Tabellenspitze bleibt damit in der Hand der Gastgeber.

Ein einzelner überragender Spieler lässt sich an diesem Nachmittag nicht ausmachen — vielmehr zeigten die Kinderhauser zum wichtigsten Zeitpunkt der Saison ihre beste Teamleistung, auch wenn es am Ende nicht ganz für die Tabellenspitze gereicht hat.

Am kommenden Wochenende steht das letzte Saisonspiel an. Wulfen muss gegen Citybasket Recklinghausen gewinnen — das Hinspiel hatten die Wulfener verloren — um sich die Tabellenspitze zu sichern. Für Kinderhaus geht es gegen ATV Haltern. Aus eigener Kraft können die Kinderhauser den Aufstieg allerdings nicht mehr schaffen.

Geschrieben von: Johannes Stricker

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