Spielbericht Herren 1 | Spiel 13
von Rene Roskwitalski
SG Telgte/Wolbeck 2 – SC Westfalia Kinderhaus 1
Die Rollen waren vor der Partie klar verteilt: Telgte/Wolbeck 2 kämpft im Tabellenkeller, während die SCW Baskets als Tabellendritter mit breiter Brust anreisten. Das Hinspiel hatte Kinderhaus mit einem deutlichen 57:36-Erfolg klar für sich entschieden – entsprechend eindeutig schien die Ausgangslage. Doch wie so oft im Basketball kam es anders, als erwartet.
Schon vor dem Tip-Off standen die Vorzeichen wieder einmal alles andere als günstig für die Gäste: Nur sechs fitte und vier angeschlagene Spieler standen Coach Sebastian Falkenberg zur Verfügung. Eine angespannte Personalsituation, die während des gesamten Spiels spürbar blieb.
Von Beginn an präsentierte sich das Spiel der Kinderhauser ungewohnt fahrig. Zu viele Aktionen ohne gewinnbringenden Ertrag, mangelndes Vertrauen in das eigene System und eine inkonsequente Verteidigung prägten das Bild. In der Defense wurde die Energie falsch eingesetzt – zu viel „Gamble“ am Ball, kaum Kontrolle bei gegnerischen Drives und immer wieder Lücken, die Telgte geschickt nutzte. Das führte dazu, dass die Gastgeber zunehmend Aufwind bekamen und witterten, dass gegen die wankende Westfalia heute mehr möglich war, als es die Papierform vermuten ließ.
Mehrere deutliche Ansprachen in den Auszeiten und der Halbzeitpause, in denen Coach Falkenberg an den Teamgeist und die Fokussierung auf die eigenen Stärken appellierte, blieben ohne die gewünschte Wirkung. Das Spiel blieb bis in die Schlusssekunden eng, die Baskets fanden nicht zu ihrer gewohnten Struktur.
Erst im letzten Viertel war es erneut Simon Ferkmann, der mit 16 Punkten insgesamt – davon beeindruckende 10 im Schlussabschnitt – Verantwortung übernahm. Sowohl verbal als auch auf dem Feld führte er das Team an, riss die Initiative an sich und verhinderte mit einem späten Kraftakt den drohenden Ausrutscher beim Tabellenletzten. Am Ende rettete Kinderhaus den knappen 62:59-Sieg – mehr aber auch nicht.
Frustrierend ist, dass man es über 40 Minuten nicht geschafft hat, den Gegner ernst zu nehmen. Das Gefühl von Überheblichkeit war erschreckend mit anzusehen. Erst als man plötzlich unter Druck geriet, schien die Mannschaft aufzuwachen. Solche Phasen dürfen auf diesem Niveau einfach nicht vorkommen, wenn man Ansprüche an sich selbst hat und ernsthaft um Erfolge mitspielen will.
Fazit von Coach Sebastian Falkenberg:
"Sollten wir nicht schnellstmöglich alle wieder zusammenfinden, jegliche Egos an die Seite schieben und die verletzten sowie kranken Spieler zurück ins Training bringen, ist das selbst auferlegte Saisonziel der einzelnen Spieler extrem in Gefahr. Dieses Spiel war ein Rückschritt in alte Zeiten und zeigt deutlich, wie TEAM-Basketball nicht funktioniert."
Am 22. Februar um 14 Uhr empfängt der SC Westfalia Kinderhaus den SC Union Lüdinghausen zum nächsten Heimspiel – mit der klaren Erwartung, wieder das Gesicht einer eingespielten und geschlossenen Mannschaft zu zeigen.